Nach der Räumung des besetzten Hauses in der Dortustrasse im Jahr 2001 begann die Charlotte zunächst als Ausweichprojekt, um den vorherigen Bewohner*innen einen Ersatzwohnraum zu gewähren. Kurze Zeit später wurde im Erdgeschoss links in den Räumen des ehemaligen bulgarischen Restaurants Bolgar die Kneipe Olga sowie in der ehemaligen Fleischerei auf der rechten Seite eine alternative Kunstgalerie eröffnet. In der Nachfolge entstand hier der linke Buchladen Sputnik im Jahr 2002. Seit 2008 befindet sich im Keller des Hauses der Umverteiler, Potsdams erster und seither gern besuchter Umsonstladen. Zusammen mit der Wohngemeinschaft in den oberen Etagen etablierten sich diese Projekte zu einem wichtigen Anlaufpunkt und einer bedeutenden Schnittstelle linksalternativ denkender und handelnder Menschen in Potsdam.

Fassade alt

Nach stetiger Verlängerung des Nutzungsvertrages seit 2000, bekundeten sowohl die Stadt Potsdam als auch der Neue Farben e.V. Interesse an einer dauerhaften Lösung für das Projekt in der Charlottenstrasse 28. Nach einigem Hin- und Her und einem Jahr kontinuierlicher Verhandlungen konnte schließlich im Jahr 2009 ein Erbbaupachtvertrag über 66 Jahre erwirkt werdem, der die Existenz der Charlotte in der Potsdamer Innenstand zwar langfristig sichert, jedoch mit bestimmten Auflagen verbunden ist. So sieht der Pachtvertrag die Sanierung des Daches und der Fassade vor. Wir hatten Lust auf bezahlbaren Wohnraum und wollten das Dachgeschoss ausbauen. Um dies finanziell bewältigen zu können, haben wir zwar 2010 einen Baukredit bei der GLS-Bank unterschrieben, sind jedoch weiterhin auf externe Unterstützung in Form von Direktkrediten, Material- und/oder Geldspenden angewiesen.

Wie weit sind wir bisher mit den Baumaßnahmen gekommen?

Seit Baubeginn 2010 hat sich viel in der Charlottenstrasse 28 getan. Nach einer umfangreichen Erneuerung des Daches und einem aufwendigen Umbau des Dachgeschosses, haben wir den Dachausbau schließlich im Winter 2012 beendet. Der entstandene, neue Wohnraum bietet nun buchstäblich noch mehr Menschen ein bezahlbares Dach über dem Kopf in Potsdams teurer Innenstadt. Auch um eine Renovierung der bereits vorher bestandenen Wohnräume haben wir uns bemüht, sodass nach einer langen Phase des Lebens auf der Baustelle die Charlotte zu einem richtigen Zuhause geworden ist.

Dachbau

Die denkmalgerechte Fassadensanierung nähert sich dem Ende. 2013 haben sich mit Hilfe von vielen Unterstützer*innen der Sputnik und die Olga erneuert. Im selben Jahr wurde damit begonnen, das Erdgeschoss des Hinterhauses zu einem Multifunktionsraum umzubauen. Dieser soll nach Fertigkeitstelle Fläche für hausinterne und -externe Projekte bieten, z.B. für Veranstaltungen, als gemeinsamer Arbeitsbereich (Co-Working-Space), Werkstatt usw. Bisher sind wir noch offen, wie die Zukunft des Mufu-Raums einmal aussehen wird.
In diesem Jahr (2014) stehen noch zwei kleinere Dachbaustellen an. Dafür suchen wir Unterstützung. Falls ihr Lust habt auf gemeinsame Bautage bei Sonnenschein, seid ihr herzlich eingeladen. Wir freuen uns ebenso über Materialspenden.